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Galerie 1 Landleben, Menschen,
menschen, landleben, iraklio markt-tag 1
zu verschiedenen Themen werden hier Foto-Galerien eingerichtet mit
wechselnden Aufnahmen. Am besten immer mal wieder vorbeischauen ...
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Erich Fried Markttag auf Kreta
Der Sklavenhändler hatte
eine Schwäche für Freiheit
im Rahmen des wirtschaftlich Denkbaren
und war fast immervoll Wohlwollen gegen die Leute
die er in Bausch und Bogen
von seinen Seeräubern kaufte
und denen er sagte:"Ihr und ich
wir ziehen an e i n e m Strick
Ohne einander
könnten wir alle nicht lebendenn die Seeräuber hätten
euch einfach ins Meer geschmissen
wenn es nicht Männer
meines Gewerbes gäbeIch aber habe im Grund
wieder euch zu danken
für meinen einträglichen
gemeinnützigen BerufDrum helft mir und euch selbst
und sagt mir aus freien Stücken
was ihr könnt
und an wen ihr verkauft werden wolltJeder nach seinen Fähigkeiten!
So kriegt ihr
die besten Herren und ich
die besten Preise für euch"Diogenes
der auf der Fahrt nach Aegina
in die Hand der Piraten gefallen war
gab zur Antwort:"Mein Wohltäter
ich kenne kein Gewerbe
außer dem einen
über Menschen zu herrschenDrum verkaufe mich an einen Mann
der einen Gebieter braucht
Keine Angst
So einen wirst du schon finden"Der Sklavenhändler
ermutigt durch diese Worte
dankte Diogenes
und verkaufte ihnan Xeniades den Korinther
der wirklich einen
Gebieter brauchte
nämlich für seine zwei SöhneDenen brachte Diogenes bei
wie nichtig Reichtum und Rang sind
und wie gut Sklaverei sich verträgt
mit der inneren FreiheitErich Fried: Die Freiheit den Mund aufzumachen.
Achtundvierzig Gedichte, Berlin (Klaus Wagenbach)
1972, Seite 44f.
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