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Exkurs Nostalgie

Exkurs Nostalgie     › ältere fotos, fundstellen und bemerkenswertes     

Nostalgie (griech. nóstos) meint eigentlich so etwas wie Heimweh, die Sehnsucht nach Rückkehr
in die Heimat, zu alten Zeiten usw. In diesem Sinne ist es hier nur bedingt zu verstehen. Es
geht hier eher um einen Rückblick im Sinne von Rückbesinnung, - ohne Wertung. Allerdings ist
der Vergleich zwischen GESTERN und HEUTE durchaus erwünscht ...

thema preise                                                            

Teil 1
Griechenland ist ein billiges Reiseland. Sie werden es auch an den Hotelpreisen feststellen.
Preisunterschiede bestehen zwar zwischen der Hauptstadt Athen und den mittleren und
Kleinstädten und dem flachen Lande. Aber selbst in Athen sind die Übernachtungspreise
noch sehr günstig ....
  
Auf den griechischen Inseln und in Dörfern erhalten Sie auch billige Privatunterkünfte.
Die Zimmerpreise liegen zwischen DM 2,- und DM 3,-. In Klöstern können Sie sogar kosten-
los übernachten, es ist jedoch üblich, daß Sie dem Kloster einen kleinen Geldbetrag zur
Verfügung stellen.

Teil 2
Bei ihren Einkäufen müssen Sie darauf achten, daß das übliche griechische Gewichtsmaß 1 Oka
ist. Es entspricht etwa 1,33 kg. Beim Einkauf von Textilien müssen Sie statt mit Meter oder
Zentimeter mit dem Pichi rechnen. Ein Pichi sind 64 cm.

Anreise und Kosten
Per Bahn: Preis von Frankfurt/M. nach Athen üb. Österreich/Jugoslawien (2. Kl.) DM 146,20 DM
Per Flugzeug: von Frankfurt/M. nach Athen in der Tour-Klasse DM 506,- 
Die Flugdauer beträgt zwischen 8 und 10 Stunden, je nach Strecke, die sie wählen.
Per Schiff: Venedig – Piräus (2. Kl.) 261-353 DM pro Person. Für das Auto DM 235–412

Quelle: Das Europäische Reisehandbuch. Reise- und Aufenthaltskosten
hrsg. von Dr. Norbert Zimmer. Goldstadtverlag Pforzheim 1956

Die Reiseziele der Deutschen in die Mittelmeer-Region konzentrierten sich in den 50er Jahren auf Italien, die Riviera,
die Cote d'Azur und die nördliche Adria. In den 60er Jahren auf  Spanien (Mallorca), erst in den 70er Jahren auf
Griechenland und ab den 80er Jahren auf die Türkei. Heute ist alles möglich, oder auch nicht ...

 

thema mobilität

... die Verkehrsverhältnisse sind in dem kleinen Griechenland nicht sehr entwickelt. Die Haupt-
lasten des Verkehrs innerhalb des meerdurchfluteten Landes werden immer die Schiffe zu tragen
haben. Auf dem Lande aber ist das Hauptverkehrsmittel auch heute noch der gute brave Maulesel,
teils vor dem zweiräderigen Karren, teils als Packesel, teils als Reittier. Der Eselreiter, wie er in
seiner bunten Tracht seitwärts auf seinem Tiere sitzt, ist ein wesentlicher Bestandteil des grie-
chischen Landschaftsbildes. 

aus: Griechenland und Amerika. Plaudereien über Reiseeindrücke aus der Alten
und Neuen Welt von Geh. Rat. Dr. Alfred Schulze. Dresden 1928

              


thema politik/kultur

Der besagte Geheimrat Dr. Schulze hatte in den 20er Jahren Griechenland und Amerika besucht und seine
Reiseeindrücke im oben genannten Buch geschildert. Sein Bestreben war es (zit. S. 50 f.),
  "die Eigentüm-
lichkeiten beider Länder ins rechte Licht zu rücken, von denen das kleine Griechenland der Schauplatz einer
unwiederbringlich vergangenen  Kultur ist, das große, mächtige und reiche Amerika aber erst im Begriffe steht,
die ihm eigene Kultur zu entwickeln. ...Beide Länder liegen - außerhalb Europas. Die Balkanhalbinsel gehört
zwar geographisch zu unserem Kontinent, in kultureller Hinsicht aber heute nicht mehr."

War das eine Minderheiten-Meinung Mitte der 20er Jahre? Seitdem hat sich doch einiges geändert.
Griechenland ist seit 1981 Mitglied der Europäischen Union und eines der ältesten Mitglieder der Ge-
meinschaft, Kreta mit eingeschlossen. Heute stellt sich die Frage neu, wo Europas Grenzen liegen. 
Wie steht es mit der Türkei? Gehört sie kulturell zu Europa oder eher zu Asien? Kurios wird es gar
auf Zypern. Man wird die zypriotischen Griechen fragen dürfen, ob denn der eine Teil der Insel zu
Europa gehört und der andere Teil zu Asien ...
   



professionelle photographen in iraklion

»Straßenphotographen haben einen sicheren Blick für einen guten Standort und stellen folglich
auf der quadratischen Insel in der Mitte des Freiheitsplatzes ihre Gerätschaften auf, rotgestrichene
dreibeinige Gestelle und riesige kastenartige Photographenapparate, Museumsstücke, die so
altertümlich sind wie Trichter-Grammophone. Der Photograph vollzieht die heiligen Handlungen
in der Bedienung der frühen Kamaras und verschwindet unter dem schwarzen Tuch. Diese
priesterhafte Geheimnistuerei ist es wahrscheinlich, die dem in Positur stehenden Opfer einen
solchen Schrecken einjagt. Nur eiserne Entschlossenheit läßt sie die Quälerei einer endlosen
Folge immer wieder geänderter Posituren, des ständigen Zurechtrückens und Anpassens an
Stellung, Winkel, Licht und was nicht alles durchhalten, und das Ganze für nichts und wieder
nichts, denn die Ergebnisse sind sich alle gleich, wie die Kunstproben des Photographen bezeugen,
die neben der Kamera zur Schau gestellt sind, so starr und steif und unpersönlich wie die Reihen
von Damaskinos´ Bischöfen auf dem Ökumenischen Konzil.«
                                    
                                                                                               
(Robin Bryans: Kreta, 1980)

Das Foto eines solchen Fotografen aus Chania findet sich zB auf den Seiten von Errikos
http://www.errikos.net/Fotogalerie/Galerie_6/body_galerie_6.html



mediterranes leben - willkommen in der Welt von Patros

Die Seite des Käseproduzenten Patros vermittelt ein etwas klischeehaftes Bild von Griechenland
bzw. Kreta.
Nostalgie spielt bei den Marketingstrategen offensichtlich in der Werbung eine Rolle.
Auf der HP der Firma heißt es:  

 

Abends, wenn vor der Küste Mediterraniens die glutrote Sonne im Mittelmeer versinkt, finden sich
alte Männer mit weißen Bärten auf dem Marktplatz eines kleinen Dorfes zusammen. Umgeben von
den weiß getünchten Häusern sitzen sie über ihre Krückstöcke gelehnt auf klapprigen Holzstühlen
und erzählen ihren Enkelkindern eine Geschichte:
Einer alten Überlieferung zufolge verändert der
Wind, wenn er über das Land streicht, die Persönlichkeit eines Menschen. Die neue Persönlichkeit
bleibt gestärkt zurück, die alte nimmt der Wind mit sich und trägt sie ins offene Meer hinaus, wo sie
in den Tiefen des türkisfarbenen Wassers versinkt. .... Die Zeit scheint still gestanden zu sein, in
diesem Teil der Welt.
          
 

                                                                                        (2004, www.patros.de/brands/patros/welt.html)

 

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