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Exkurs Hausbau

Exkurs Hausbau



»Im Anfang war das Chaos. Nebel, Regen, Schnee, Hagel und Reif. Leerer Raum,
Dunkelheit über der Tiefe. Winde und Wasser tobten über dem Abgrund. Und
Vögel flogen umher: Raben und Schwalben. Bis eines Tages ein Mann erschien,
ernsthaft, mit Sonnenbrille, die Aktentasche unter dem Arm. Er holte die
Pläne aus seiner Tasche und unterteile den Raum mit dem Maßstab. Und es er-
schien ein stählernes Ungeheuer mit dem Maul eines wilden Tieres. Mit doppel-
ten Zahnreihen riß es die Erde auf. Tollwütig fraß es die Erde, viele Tage
lang, und erbrach sie auf Lastwagen. Und der Herr sagte: Genug. Der Bagger
verschwinde. Arbeiter her für die Fundamente. ... Und das Haus, ein nacktes
Skelett bisher, setzte Fleisch an und entwuchs dem Chaos. Nur dort, wo Fen-
ster und Türen eingebaut werden sollten, blieben rechtwinklige Öffnungen und
hielten die Verbindung mit der Finsternis in der Tiefe. Und der Herr sah, daß
der Betonmischer stillstand und daß die Loren aufhörten hin und her zu rollen,
daß alle Verschalungsbretter verschwanden und daß fast alle Maurer fortgingen.
Da sagte er: Schreiner her, Maler, Installateure und Elektriker. Und durch den
Haupteingang strömten Menschenmengen in das leere Haus. Mit den verschiedensten
Werkzeugen begannen sie, Nerven einzusetzen, Blut einzupumpen, und das seelen-
lose Antlitz des Hauses wurde geschminkt. ... Und als der Herr sah, daß im
Mietshaus alles bereit war .... sprach er: Und nun sollen die Menschen kommen.«
 
                          
(Vassilis Vassilikos: Griechische Trilogie. Erzählungen. 1966)

 


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