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Exk. Tourismus
Exkurs Tourismus
Einige kulturkrische Stimmen zu den Entwicklung, die Kreta
seit den 1960er Jahren genommen hat:Damals als der neue Flughafen für Düsenflugzeuge eröffnet wurde,
als die Touristenbomber aus dem Norden regelmäßig einzufliegen
begannen, fing die Insel an, sich zu verändern. Überall sind Herber-
gen für die Fremden entstanden, überall glänzten, unübersehbar
häßlich, Plastiktreibhäuser in den Feldern; Bananen wachsen darin
und Nelken für die Blumenmärkte Europas. Wer wollte es den Kretern
verdenken, daß sie ihre Chance wahrgenommen haben, der Armut
der Jahrhunderte zu entrinnen?
.... Das Innere der Insel ist noch ziemlich unberührt, weite Land
striche sind majestätisch, abweisend geblieben wie eh und je. Das
alte Kreta lebt noch, das neue hat mehr mit ihm gemein, als der
erste Blick enthüllt. .... Alles fließt, nichts ist endgültig, nichts je
ganz vergangen. Im Wandel der Dinge bleibt mehr beständig als sich
verändert. Der Zauber der Insel ist ungebrochen.(Theo Sommer, ehem. Chefredakteur der ZEIT, im Merian-Heft Kreta, 1990)
Es heißt von den Kretern, sie würden sich wegen zukünftiger Chancen
einen augenblicklichen Vorteil nicht entgehen lassen. Das stimmt: Sie
haben ihre Chancen gehabt, und haben sie vertan. Aber was klage ich
über die Kreter! Auch wir haben unsere Chancen gehabt, und haben
sie mindestens genauso vertan. Wir alle haben unsere Mutter, unsere
Erde, geschändet, verraten und verkauft. Aus Tausenden, unzähligen
Wunden blutet das Land, aufgerissen von Bulldozern, die keine Rück-
sicht kennen. Schier unglaublich mutet es an, wohin der Mensch
Straßen zu bauen vermag. ...Auch die Kreter sterben. Das Geld und die Technik, die wir ihnen
bringen, machen sie uns gleich: zu Angehörigen der weltweiten
MacDonalds- und Coca Cola-Kultur.(Wolfgang Hautumm: Kretische Wanderungen. Fulda 1986)
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